• Selina Frey

Politikeinstieg

Aktualisiert: 1. Aug. 2021

Politik begleitet mich schon eine lange Zeit in meinem Leben. Zuerst am Familientisch, dann im Studium und jetzt bei meiner Kandidatur für einen Gemeinderatssitz für den Kreis 10 in Zürich.


Doch der Einstieg viel mir alles andere als einfach. Am Familientisch muss man sich durchsetzen in den bewegten Diskussionen, mal erfolgreich, mal weniger...immer auch noch in der Rolle als kleine Schwester oder Tochter. Wahrscheinlich kommt mein Bewusstsein für die Wichtigkeit eines zielgerichteten Kompromisses bereits aus dieser Zeit.

Später im Studium grenzt man sich klar ab, als Beobachterin, als jemand der den Prozess studiert und analysiert. Eine Politikwissenschafterin ist keine Politikerin.


Und dann, in der Zeit danach ist die Frage, wo fängt man an. Im Stadium des Weltendeckens, des sich Selberfindens, ist die Frage der Parteizugehörigkeit oder der stabilen Standortwahl nicht trivial. Ebenso ist man sich beim Berufseinstieg am behaupten und wenn man dann in einer politischen Arbeitsgruppe in ein homogenes Grüppchen in meinem Fall mit ausschliesslich Männern, mehrheitlich mittleren Alters zusammenkommt...ja dann, schiebt man das ganze dann vielleicht doch mal eher auf die lange Bank. Natürlich war das ein individuelles Erlebnis, denn jeder und jede hat einen eigenen Lebensweg und natürlich gibt es viele Jungparteien, wo man gut Anschluss findet. Doch für mich, welche eher themenorientiert an die Vernetzung herangegangen ist, hat das richtige Timing auf sich warten lassen.


Ich bin dann zuerst als Sympathisantin bei der GLP aktiv gewesen und später nach einer Smartvote Themenpositionsanalyse definitiv beigetreten. Es gibt immer einiges an Dafür und Dagegen für die Wahl einer Partei. Manch einer hat zu mir gesagt, willst du wirklich in so eine junge Partei? Die Chancen sind nicht gleich wie wenn du in eine der traditionellen Parteien gehst. Ein Parteiwechsel ist auch eher ungewöhnlich in der heutigen Politiklandschaft. Doch ich habe für mich entschieden, dass der Themenfokus wichtig ist und dass ich mich nicht verbiegen möchte. Chancen hin oder her, ich möchte authentisch sein können und ich möchte mit gleichgesinnten Neues versuchen können. Von daher bin ich froh, der GLP beigetreten zu sein. Danach ist aber auch die Frage, wie bringt man sich nun ein?


Die föderalen Strukturen mit nationalen, kantonalen und lokalen Organisationen machen es nicht unbedingt einfacher und eine zu grosse Auswahl an Möglichkeiten die Entscheidung manchmal auch schwierig. Deshalb möchte ich meine Kandidatur für den Gemeinderat Zürich im 2022 auf diesem Blog und meinen Social Media Kanälen begleiten. Es soll anderen einen Einblick geben wo man ansetzten kann und wie sich so etwas abspielt. Ich bin dafür, dass politische Gremien eine möglichst gute Repräsentation der Gesellschaft sein sollten. Von daher ist es auch völlig in Ordnung und gewollt, wenn diese Erfahrungen auch Personen anderer politischer Couleur motiviert sich mehr einzubringen. Wichtig ist dass man Politik gestaltet wird und nicht einfach toleriert, denn sie bestimmt unseren Alltag mehr als uns manchmal bewusst ist.


Doch wieder zurück zum Vorgehen. In Zürich meldet ihr euch am Besten bei dem Vorstand oder dem Mitgliederverantwortlichen eurer Kreispartei. Natürlich geht es noch einfach über persönliche Kontakte oder allenfalls auch über inhaltliche Engagements. Die GLP hat zum Beispiel eine Ideenküche an der sich alle (Mitglieder oder nicht) bei der Lösungsfindung zu verschiedensten Themen beteiligen können.


Danach kann man sich in einem Parteiamt oder bei Wahlen und Abstimmungen bei Flyer oder Standaktionen einbringen. Möchte man wie ich ein öffentliches Amt anstreben muss man sich informieren in welchem Zeitrahmen die Listen dazu gemacht werden. Für die Gemeinderatswahl im Februar 2022 wurden die Listen zwischen März und Juni 2021 zusammengestellt. In manchen Fällen müssen Personen zur Vervollständigung der Liste gesucht werden, in manchen Fällen kommt es zu sogenannten "Kampfwahlen", bei welchen die Mitgliederversammlung darüber abstimmt, wer an welcher Stelle der Liste steht. Dies ist der Fall wenn es mehrere motivierte und ambitionierte Kandidatinnen und Kandidaten gibt, was von einer gesunden Parteistruktur zeugt. Der Listenplatz kann Einfluss haben, da es sich um eine Proporzwahl handelt, das heisst, die Sitzen entlang der verteilten Stimme pro Liste verteilt werden. Wichtig ist natürlich, dass dies nur pro Wahlkreis gilt. In Zürich werden nämlich die 125 Gemeinderatssitze gemäss den Bevölkerungszahlen auf die neun Wahlkreise verteilt, jedes Ratsmitglied vertritt somit stadtweit rund 3390 EinwohnerInnen (siehe https://www.gemeinderat-zuerich.ch/ueber-den-gemeinderat/wahlen/)




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